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Ansprache zur Abiturfeier
des Städtischen Heinrich-Heine-Gymnasiums München, 1997

 

Vor ungefähr drei Wochen wurde ich bereits von verschiedenen Mitgliedern des Lehrerkollegiums angesprochen, die mich vorsorglich auf etwaige Bosheiten oder Verletzungen des guten Geschmacks in der Abiturrede abgeklopft haben. Ich weiß, daß dies freundlich gemeint war und in bester Absicht geschehen ist; ich will es aber dennoch zum Anlaß nehmen, allen denjenigen, die aus irgendwelchen Gründen Ursache zu einem erhöhten Adrenalinspiegel haben, zu versichern, daß der Angstschweiß getrost versiegen kann, denn ich möchte meine kleine Ansprache unter die ganz unverfängliche Überschrift stellen:  

Ein Wort zum Leben der japanischen Rotgesichtmakaken
und: Was Heinrich Heine damit zu tun hat
 

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Das Wissen über die Rotgesichtmakaken ist in unseren Breiten ja beschämend rudimentär. Leider, muß man sagen, denn es handelt sich hierbei um äußerst possierliche Tiere, deren Leben interessante Schlüsse auch auf die menschliche Gesellschaft zuläßt. Beispielsweise kennt man Makakenclans, die, als richtige Feinschmecker, eines Tages damit begannen, staubige Früchte vor dem Verzehr ins Meerwasser zu tauchen. Bald schon wurde dieses Verfahren zur Steigerung des kulinarischen Genusses auf alles Freßbare angewandt, um den Mahlzeiten die richtige Würze zu geben. Bei dieser Gelegenheit lernten die Affen auch Schwimmen und Tauchen und fingen irgendwann einmal sogar an, aufrecht auf zwei Beinen mit ihren Früchten durch die Gegend zu spazieren.

Das Bemerkenswerte hieran ist nun die Tatsache, daß sämtliche neuen Entdeckungen der Affenwelt auf das Konto der jungen Rotgesichtmakaken gehen. Je älter die Tiere wurden, desto geringer war die Bereitschaft, Neues anzunehmen, und die ranghöchsten männlichen Affengreise verweigerten sich vollständig jeglichen Veränderungen des althergebrachten und bewährten Makakendaseins.

Ich weiß nun nicht, ob man diese Erkenntnisse aus der Tierwelt eins zu eins auf den Menschen übertragen kann. Aber vielleicht hat Wilhelm Busch ja recht, wenn er sagt, Affen seien "nicht ganz, doch so beinah" auch Leute, und der Vergleich zwischen uns und unseren behaarten Cousins dürfte getrost gezogen werden.

In diesem Fall folgt für den Homo sapiens dreierlei:

Erstens: Die wichtigen Innovationen, der Schub nach vorn, die Ideen der Zukunft: sie kommen von der jungen Generation. Das ist erfreulich.

Zweitens: Es sind die Alten, die sich in den bequemen Ledersesseln von Macht und Respekt festgesessen haben, die zum Bremsklotz werden für diejenigen, welche unten an der Karriereleiter rütteln, auf deren obersten Sprossen die vergreisten Autoritäten hocken. Das ist weitaus weniger erfreulich.

Aber drittens: Die Bemühungen, den Jüngeren, den Nachfolgenden Stolpersteine in den Weg zu werfen und sie, ihre Zeit und das Neue, das sie mit sich bringen, aufzuhalten, sie werden trotz allem immer vergebliche Liebesmüh bleiben.

Und dies ist das schöne Fazit aus unseren Überlegungen, daß man für die Zukunft auf alles mögliche verzichten kann, nur bestimmt nicht auf uns und das, was wir im Kopf haben. Daß wir der Ast sind, an dem niemand sägen sollte, weil jeder irgendwie selbst darauf sitzt.

Das hört man gerne als Abiturient, der gerade noch den verschiedensten derzeit aktuellen Bestrebungen entronnen ist, trotz Bildungssparflamme Schülerköpfe durch eifriges Stopfen in noch kürzerer Zeit zum Platzen zu bringen.

Das hört man gerne, wenn man sich jetzt bereits auf Numerus clausus, Studiengebühren, BAföG-Kürzungen und die Arbeitslosigkeit zu freuen beginnt.

Und das hört man vor allem gerne, wenn man einer Generation angehört, der gemeinhin die Fähigkeit abgesprochen wird, Verantwortung zu übernehmen, Zukunft zu gestalten und über den Tag hinauszudenken. Einer Generation, die, weil man Angst vor ihr hat oder weil man sie nicht versteht, alle drei Jahre in eine andere Schublade gesteckt wird, klassifiziert, statistisch untersucht und berechnet. Von der angeblichen Generation X, den No-future-kids ohne Perspektiven, den trübsalblasenden, dauerdeprimierten Permanentpessimisten mutieren wir dann  auf  einmal zur Spaßgeneration, zu konsumgeilen Egoisten, kritiklosen Ravern und Love-Parade-Marschierern ohne Sinn für den Ernst des Lebens, ohne Ambitionen auf Arbeit und Anstrengung, zu verhätschelten Händchenaufhaltern ohne Prinzipien.

Es wäre traurig, wenn es so simpel wäre. Wir sind bitteschön kein uniformer Haufen, nur mit uns selbst beschäftigt, desinteressiert an unserer Umwelt, unpolitisch, meinunglos, zahnlos. Wir wollen in keine Schublade passen, wollen kein Etikett tragen, nur um leichter handhabbar zu sein. Und wir wollen nicht wieder und wieder das Lamento hören, wir seien individualistische, bequeme Peter Pans, die nicht älter werden wollen, Dauerpubertierende, die ihre Jugend am liebsten bis zum Greisenalter ausdehnen würden und sich einen Dreck scheren um das Erwachsensein und die Probleme ihrer Zeit.

Das nämlich müssen wir uns nicht sagen lassen von fünfzigjährigen Oil-of-Olaz-Gläubigen und Faltencremefetischisten; von face-gelifteten 68ern, die heute in ihren Vorgärten das Unkraut um die Gartenzwerge herumjäten; von selbsternannten Junggebliebenen, die ihre dritten Zähne aus dem Kukidentglas fischen, die alten Schlaghosen aus der Mottenkiste zerren und meinen, sie wären wieder zwanzig Jahre alt.

Das müssen wir uns nicht sagen lassen, wir seien nicht erwachsen genug, als daß man uns ruhigen Gewissens eines Tages die Zukunft in die Hand geben könnte. Das müssen wir uns nicht sagen lassen, weil es schlichtweg nicht der Wahrheit entspricht.

Wir sind sehr wohl in der Lage, ernsthaft zu sein, dynamisch, kreativ, Neues  zu  schaffen  und, wenn es sein muß, auch alte Suppen auszulöffeln. Mit Sicherheit werden wir unseren eigenen Kindern einmal selbst manch schwerverdauliche Suppe einbrocken, wir wollen gar keinen Anspruch darauf erheben, besser zu sein als die, die vor uns waren. Aber wir sind bestimmt nicht zu unerfahren, zu gedankenlos, zu behäbig oder zu undiszipliniert für das Leben, zu dem wir heute eine Eintrittskarte erhalten.

2

Die große Frage, die jedem von uns nun im Kopf herumgeht, ist natürlich: Was wird das für ein Leben sein, das uns erwartet, wenn wir diese Eintrittskarte gelöst haben? Wird der Entwurf, den wir uns von diesem Leben gemacht haben, zu realisieren sein? Oder werden wir eines Tages  resignierend  feststellen, daß Selbstverwirklichung und Individualität nur eine Illusion sind? Daß unser Leben ein fauler Kompromiß werden muß  zwischen unseren Erwartungen und den Anforderungen, die man an uns stellt?

Wie werden wir sein, wenn ein Klassentreffen uns in zehn, in zwanzig Jahren wieder zusammenführt? Kinderwagenschiebend oder diplomatenkoffertragend? Zwischen Arbeits- und Sozialamt pendelnd oder karriereleiterkletternd? Schwarzbeanzugt oder hawaiihemdluftig? Viersprachig oder einsilbig? Jung geblieben und aufrecht oder altgemacht und verbogen?

Und was werden wir uns noch zu sagen haben, wenn wir einander zufällig begegnen, irgendwann, auf der Straße, im gelblichen Licht eines U-Bahn-Waggons, jeder mit einer Geschichte, die zu lang ist für small talk?

Was werden wir mitnehmen von den neun Jahren, die wir zusammengewesen sind, was wird uns wichtig sein, woran werden wir uns erinnern?

Und wer wird uns bleiben von denen, die bis jetzt mitgegangen sind, wenn wir uns heute abend die Hände schütteln, uns räuspern und sagen: "Mach's gut, bis dann!" ?

Das sind Fragen, die nur jeder selbst für sich beantworten kann oder die die Zeit für uns beantworten wird.

3

Aber schon heute können wir sagen, mit welchem Rüstzeug wir ins Leben treten. Noch brummt uns vielleicht der Schädel, der dreizehn Jahre lang  fröhlich gemästet worden ist. Doch ein natürlicher Selektionsprozeß wird die Regale in unseren Köpfen, in die schön säuberlich nach Fächern sortiert das Wissen gestapelt wurde, schon aufräumen. Wenn wir dann eines Tages eine Generalinventur unserer grauen Zellen durchführen,  werden wir sehen, welch famose Kostbarkeiten die Schule in uns hinterlassen hat.

Daß wir unfähig sind, ohne Zuhilfenahme des Taschenrechners unser Wechselgeld an der Kaufhauskasse auf seine Vollständigkeit hin zu überprüfen: Was ist das schon gegen die Genugtuung, zur Berechnung des Rotationsvolumens jedweden zweidimensionalen Körpers in einer schiefen Ebene im Stande zu sein?

Man wird bereitwillig darüber hinwegsehen, daß wir nie eine Zeile Goethe gelesen haben, wenn man bemerkt, mit welcher Sicherheit wir ein Hendiadyoin von einer Hyperbel, einen Daktylus von einem Spondeus unterscheiden können.

Es braucht uns nicht zu bekümmern, wenn wir - je nach dem, welchen Ausbildungszweig wir gewählt haben - in England oder in Frankreich elendiglich verhungern müßten, weil unsere in dreijähriger Arbeit mühevoll erworbenen Sprachkenntnisse zu primitiven Artikulationsbrocken zusammengeschrumpft sind. Denn das läßt sich leicht dadurch kompensieren, daß wir auf jeder Feier ein gerngesehener Gast sein werden, die Stimmungskanone auf allen Feten, wenn wir den Beginn des Gallischen Krieges im lateinischen Original zum besten geben können.

Und falls wir jemals in die Versuchung geraten sollten, der Schule die Schuld daran zu geben, daß uns die erste Steuererklärung in den Wahnsinn treibt, so finden wir zumindest geistige Beruhigung im Blockflötespiel. Denn das, immerhin, haben wir gelernt.

Ist es unfair, so zu reden? Ja, es ist unfair. Denn neben dem vielen, das wir lernen mußten, obwohl es schon längst in die Rumpelkammer gehört, und neben all dem, was uns vorenthalten wurde, obwohl wir es dringend  brauchen  könnten,  neben dem Ballast also und den Versäumnissen steht das, was man trotz mancher Mängel und seltsamer Auswüchse als ein mehr oder minder umfassendes Bildungsgerüst bezeichnen kann.

Wer würde da noch so bösartig sein wollen anzumerken, Bildung sei womöglich nicht nur pures Wissen, fünfmal die Woche im 45-Minuten-Takt unverdünnt in den Kopf geschaufelt? Bildung sei vielmehr auch Anleitung zur Mündigkeit, zur eigenen Meinung und zum Willen, diese Meinung zu vertreten? Bildung sei sowohl Erziehung zur Kompromißfähigkeit wie auch zum Nein-Sagen, wenn es sein muß?

Es ist in der Tat einer der großen Mängel unseres Bildungssystems, daß die Bereitschaft, zu sagen, was man denkt, und zu dem zu stehen, was man sagt, nicht in dem wünschenswerten Maße ausgebildet wird. Dabei ergeben sich durch das jahrelange Mit- und Nebeneinander von Schülern und Lehrern ganz zwangsläufig immer wieder Situationen, in denen genau diese Bereitschaft geschult werden könnte und müßte.

Aber exakt das Gegenteil hiervon ist es, von sogenannten Pädagogen hören zu müssen: "Das diskutiere ich mit Ihnen nicht!". Oder gesagt zu bekommen: "Deine Meinung ist doch vollkommen uninteressant!". Oder feststellen zu müssen, daß manch einer immer noch mit dem roten Notenbüchlein wedelt und gegebenenfalls runde Zahlen hineinschreibt, wenn ein Aufbegehren zu unterdrücken ist, daß der längere Hebel, an dem er zweifellos sitzt, auch heute bisweilen für das wirkungsvollste, letzte Argument gehalten wird.

So etwas kann man für armselig betrachten, kann es die Rache des kleinen Mannes nennen. Und man wird gleichzeitig anmerken, daß es doch wohl eher eine Minderheit von Lehrern ist, denen Kritik schwer im Magen liegt und die erwarten, daß die Verdauungstätigkeit von den Schülern übernommen wird. Natürlich ist dies richtig, trifft doch auch in  diesem Fall zu, daß wir das Positive nur allzuleicht als selbstverständlich nehmen und dabei für das Negative ein wahres Elephantengedächtnis besitzen.

Letztenendes ist die Schuld vielleicht gar nicht in erster Linie bei einzelnen Lehrern zu suchen, sind doch allein schon die Lehrpläne offensichtlich darauf ausgerichtet, uns eher mit dem Strukturwandel in der amerikanischen Landwirtschaft vertraut zu machen, als Interesse an der Diskussion zu wecken und Räume zu schaffen für die Konfrontation und die Auseinandersetzung mit der Meinung des andern. Den Mund aufzumachen zu einem anderen Zweck als zum Schlucken der täglichen Dosis an Wissen: Dafür ist doch vor allen Dingen gar keine Zeit vorhanden.

Wieviel mehr von dieser Zeit hätten wir gebraucht! Zeit zu lernen, wie wichtig es ist, seine Überzeugungen zu haben und für diese einzustehen. Zu lernen, warum wir nicht kritiklos alles hinnehmen müssen, warum wir uns auch einmal verweigern und widersetzen dürfen. Und warum eine eigene Meinung zu haben so unangenehm sein kann und doch so notwendig ist, weil man nur aufrecht gut geht, weil es uns nur aufrecht gutgeht.

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Heinrich Heine war einer, der sich diesen Grundsatz zueigen gemacht hat. Zwar stellte er sehr realistisch fest:

Solche Bücher läßt Du drucken!
Teurer Freund, Du bist verloren!
Willst Du Geld und Ehre haben,
Mußt Du Dich gehörig ducken!

Aber nichtdestotrotz duckte er sich nicht, duckte sich nicht vor dem Staat, der seine Werke auf den Index setzte, duckte sich nicht vor den Zensoren, die die freie Meinung überall beschnitten, wo auch nur ein Zipfelchen von ihr vom vorgeschriebenen Dogma etwas hervorschaute, und duckte sich nicht vor der Kirche, die manche seiner Schriften als atheistisch brandmarkte.

Vielmehr ließ er seine Mitwelt wissen:

Hier hab ich Spitzen, die feiner sind
Als die von Brüssel und Mecheln,
Und pack ich einst meine Spitzen aus,
Sie werden Euch sticheln und hecheln.

Und er stichelte! Gegen die "Philister, die Beschränkten, diese geistig Eingeengten"; gegen den Obrigkeitsglauben seiner deutschen Landsleute, denen er in seinem "Wintermärchen" schonungslos und mit beißendem Spott die Leviten las:

Sie stelzen noch immer so steif herum,
So kerzengerade geschniegelt,
Als hätten sie verschluckt den Stock,
Womit man sie einst geprügelt.

Er stichelte gegen die Vertreter verstaubter Konventionen, wie jene Dame, der er ins Album schrieb:

Hände küssen, Hüte rücken,
Knie beugen, Häupter bücken,
Kind, das ist nur Gaukelei,
Denn das Herz denkt nichts dabei.

Er stichelte gegen die 36 deutschen Potentaten und ernannte den Bayernkönig Ludwig I. zum Schutzpatron der Affen und Känguruhs; er stichelte gegen die Zensorenschere und gegen die Deutschtümler, gegen soziale Ungerechtigkeiten und gegen die biedermeierliche Behäbigkeit seiner Mitmenschen.

Und über sich selbst dichtete er zutreffend:

Weil ich so ganz vorzüglich blitze,
Glaubt Ihr, daß ich nicht donnern könnt!
Ihr irrt Euch sehr, denn ich besitze
Gleichfalls fürs Donnern ein Talent.

Dieser Heinrich Heine, der da donnerte und blitzte und stichelte und hechelte, dieser Heinrich Heine hat unserer Schule seinen Namen gegeben. Daß sein Geist wie ein frischer Wind durch unser Schulhaus wehen möge, das war der Wunsch des damaligen Münchner Oberbürgermeisters bei der Einweihung unseres Gymnasiums. Heute, elf Jahre danach, begehen wir das Festjahr 1997, den 200. Geburtstag Heines, mit Liederabenden und biographischen Vorträgen und einer großen Heine-Ausstellung im Herbst. All dies ist schön und gut, wohl auch notwendig zu diesem Anlaß, und kann dazu beitragen, uns den großen Dichter näherzubringen. Allein, man wird fragen dürfen, ob das alles sein kann, ob man damit wirklich das erfaßt, weswegen Heinrich Heine heute noch wichtig ist.

Als Autor wird er, mit Verlaub, die Bücherregale meiner Generation bestenfalls mit Staubfängern füllen, und vielleicht gehört er tatsächlich einer Zeit an, die uns schon fremd geworden ist und unzugänglich. Aber Heine ist ja nicht nur ein Klassiker der deutschen Dichtung, ist nicht nur ein Leben, das vor 200 Jahren begann und vor 141 Jahren zu Ende gegangen ist. Dem Querdenker, dem Kritiker, dem scharfzüngigen Spötter, dem Unbequemen, dem Neinsager Heinrich Heine wird man leider nicht gerecht mit nekrophilen Wallfahrten zum Pariser Friedhof Montmartre, mit morbiden Reliquienschauen und staatstragenden Festakten unter konsularischem Schutz. Diesen Heinrich Heine muß man leben und - vor allem - leben lassen.

Das ist der Heinrich Heine, der sich nicht den Mund verbieten läßt. Der nicht alles wortlos schluckt, was ihm vorgesetzt wird, sondern der seine spitzen Zähne gebraucht - und nicht nur zum Kauen, sondern auch zum Zubeißen. Der steckbrieflich gesucht wird, weil er kein Opportunist ist, sondern ein mitunter respektloser Kritiker der Kleingeisterei seiner Zeit. Der nicht sagt, was man hören will, sondern das, was zu sagen ist.

Und ein bißchen von diesem rebellischen Geist, ein bißchen von diesem widerspenstigen Wesen, ein bißchen Heinrich Heine - das wünsche ich dieser Schule, und das wünsche ich ganz besonders uns, die wir sie heute verlassen, für die Zukunft.


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