| Zwölf Schlachten
Rauminstallation.
12 stilisierte Feldbetten: Stahl, bestickte Filzdecken.
Für die Strategen des beginnenden 20. Jahrhunderts war der Monte Rite eine ideale Position für die italienische Verteidigung gegen den österreichischen Kaiser Franz Josef und seine Truppen. 1912-14 bauten sie auf dem Monte Rite ein Fort. Dann kam der Erste Weltkrieg. Das solide Gebäude hielt Sprengungen der jeweils okkupierenden Mächte stand, bot Unterschlupf für die Partisanen, und nach dem 2. Weltkrieg diente es als Magazin für die Dorfbevölkerung. An dieser entlegenen Stelle inmitten der Dolomiten richtete die Gruppenausstellung „Ultima
Vista“ ein ästhetisches Basislager ein, das die Geschichte des Ortes, aber auch die eigene Kunstpraxis reflektierte.
Das Lazarett ist Teil dieses Rückzugsraums. Es ist ein Ort der Ungewissheit: der Genesung oder des Sterbens. Es macht alle gleich, den verwundeten Sieger wie den verwundeten Verlierer.
„Zwölf Schlachten“ formuliert Fronten, an denen wir als Künstler kämpfen: Gegen Einsamkeit / Gegen Müdigkeit / Gegen Stillstand / Gegen Stummheit / Gegen Vernunft / Gegen Wahrheiten / Gegen Zeichen / Gegen Beliebigkeit / Gegen Fügsamkeit / Gegen Blindheit / Gegen Ohnmacht / Gegen Flüchtigkeit. Zwölf Schlachten, die wir führen: gegen die Welt, gegen uns. Der Ausgang bleibt offen.
Rauminstallation in der ehemaligen Kaserne auf dem Monte Rite, Italien, im Rahmen der Ausstellung „Ultima Vista“, Messner Mountain Museum MMM
Dolomites, 2010
Zwölf
Schlachten. Texte (PDF)

Zum reinhören:
Eine Kunstklasse auf dem
Alpenplateau. Knut Cordsen berichtet, Bayern 2 Kulturwelt vom 13. Juli 2010
Zum
nachlesen: Gegen den
Berg. Von Judith Liere, Süddeutsche Zeitung vom
2. August 2010 (PDF)


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